Die “Roten Teufel” und der Mythos Betzenberg

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Wenn sich in einer Stadt mit gut 100.000 Einwohnern regelmäßig bis zu 48.000 Menschen an einem Ort versammeln, dann muss von diesem Punkt schon eine ganz besondere Aura ausgehen. Auf dem Betzenberg zieht der 1. FC Kaiserslautern seit Jahrzehnten die Menschen in der Region in seinen Bann.

Die Geschichte des FCK reicht bis in das Jahr 1900 zurück, als der FC Germania 1896 und die Fußballgesellschaft 1899 zum FC 1900 Kaiserslautern fusionierten. Nach einer weiteren Fusion und Namensumbenennung firmiert der Club seit 1932 als 1. FC Kaiserslautern.

Mit Fritz Walter kommt der Erfolg

Sportlich waren die “Roten Teufel” viele Jahre lang nur Mittelmaß. Das sollte sich aber mit Fritz Walter ändern. Der Spielmacher führte die Lauterer zwischen 1948 und 1955 zu zwei Meisterschaften und drei Vize-Titeln – und spätestens seit dieser Zeit ist der Verein als Identifikationsmöglichkeit einer ganzen Region nicht mehr wegzudenken.

“Wenn die Leute in der Pfalz auf ein Amt müssen, sagen sie: ‘Ich bin verheiratet, hab zwei Kinder und den FCK’”, drückte der ehemalige Spieler und Trainer Otto Rehhagel einmal die Verbundenheit der Pfälzer zu ihrer “Liebe” aus.

1963 gehörte der 1. FC Kaiserslautern zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Nach der Meisterschaft 1990/91 hofften alle Fans auf glorreiche Zeiten. Doch es sollte etwas völlig unerwartetes Geschehen. Der FCK stieg 1996 in die 2. Bundesliga ab und stürzte eine ganze Region in tiefe Trauer.

Wie ein Phönix aus der Asche

Doch die Pfälzer rückten durch diese Misere noch enger zusammen, eine Jetzt-erst-recht-Stimmung machte sich breit. Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten solidarisierten sich für ihren Club. Dieser Zusammenhalt wurde von der Mannschaft durch einen Sensations-Coup belohnt. Nach nur einem Jahr in der 2. Bundesliga kehrten die “Roten Teufel” in die höchste deutsche Spielklasse zurück, düpierten die Konkurrenz und feierten als Aufsteiger 1998 die vierte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Die Pfalz lag der Mannschaft zu Füßen.

Der zweite Abstieg 2006 war natürlich wieder schmerzhaft, er war aber nichts Unbekanntes mehr. Aber egal ob Bundesliga oder Unterhaus, die Begeisterung und Leidenschaft der Fans blieb auch in dieser Phase ungebrochen. Als Trainer Marco Kurz und der Mannschaft im vergangenen Jahr schließlich der ersehnte Aufstieg gelang, bebte der Betze, wie es viel zu lange nicht der Fall war. Jetzt gilt es, mit den unglaublichen Fans im Rücken den Klassenerhalt zu sichern. Aber eines ist sicher: Egal, wie es endet, die Fans werden immer zu Tausenden auf den Betzenberg strömen, um ihre Liebe in guten wie in schlechten Zeiten zu unterstützen.

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