23 Apr

FCK – “Wir kommen wieder”

Der Abstieg des 1. FC Kaiserslautern ist endgültig besiegelt. Doch trotz der traurigen Gewissheit gibt es auch positive Nachrichten. Nach dem Sieg in Berlin zeigten sich Fans und Mannschaft als Einheit und feierten im Olympiastadion zusammen.

Einige junge Spieler machen Hoffnung auf einen sportlichen Neuanfang – die Mission “Direkter Wiederaufstieg” hat bereits begonnen.

Am vergangenen Wochenende war es endgültig: Der 1. FC Kaiserslautern ist aus der Bundesliga abgestiegen. Nach zwei Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse spielen die Pfälzer in der nächsten Saison wieder zweitklassig. Es ist der dritte Abstieg nach 1996 und 2006. Das ist die schlechte Nachricht.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Am 32. Spieltag beendeten die Lauterer endlich die schwarze Serie von 21 Spielen ohne Sieg. Gegen Hertha zeigte das Team von Trainer Krassimir Balakow die Fähigkeiten, die man für den Erfolg braucht. Einsatz, tolle Kombinationen und Treffsicherheit – mit 2:1 gewann der Tabellenletzte im Olympiastadion. “Das war sehr, sehr wichtig für mich, für die Mannschaft, für den Verein, für die Fans”, kommentierte der Balakow die Überraschung von Berlin.

Emotionale Szenen in Berlin

Nach dem Abpfiff kam es zu emotionalen Szenen auf dem Platz. Tränen flossen unter den Spielern zwar nicht, schließlich stand der Abstieg vorher so gut wie fest. Olcay Sahan war der einzige FCK-Profi, der sein Gesicht minutenlang in den Rasen drückte. Dafür forderten die mitgereisten Anhänger ihre Mannschaft auf, mit ihnen zusammen den Sieg zu feiern, was die Mannschaft selbstverständlich befolgte. Es war ein beeindruckendes Zeichen des Zusammenhalts zwischen Profis und Fans.

“Dann hat man auch dieses Dankeschön an die Fans gesehen, die so weit gereist sind. Wir wissen doch, dass es ohne die nicht geht und dass wir natürlich jetzt auch versuchen wollen, das Stück für Stück bei so einem enttäuschten Fan wieder zu drehen, ihm zu zeigen, auch wenn es jetzt schwer ist mit dem Abstieg, dass wir auch nächstes Jahr wieder gerne oben angreifen wollen”, sagte der Vorstandsvorsitzende des Clubs, Stefan Kuntz, dankbar.

Doch wie sieht die Zukunft aus? Die Planungen laufen auf Hochtouren. Kuntz plant den Neuanlauf in der 2. Liga mit einem Lizenzspieleretat von zehn Millionen Euro. In der 1. Liga waren es rund 16 Millionen Euro. Die Ticket- und Marketingeinnahmen werden sich halbieren. Der FCK muss den Gürtel also enger schnallen.

Zukunft mit jungen Talenten

Sportlich wird es einen Umbruch geben. Ob Spieler wie Kapitän Christian Tiffert oder Itay Shechter zu halten sind, ist offen. Dennoch gibt es viele positive Anzeichen, einen schlagkräftigen Kader für den direkten Wiederaufstieg zusammenzustellen. Nicht alle Leistungsträger werden gehen.

Balakow setzte mit seiner Aufstellung gegen Berlin schon ein Zeichen für die Zukunft: Yongster Andrew Wooten gab sein Startelfdebüt und belohnte sich gleich mit seinem ersten Bundesligator. Der junge Pole Ariel Borysiuk agierte zentral im defensiven Mittelfeld wie in den Spielen zuvor , und dann sind da noch die beiden jungen Griechen Thanos Petsos und vor allem Konstantinos Fortounis, immerhin griechischer Nationalspieler – ihnen kann die Zukunft gehören, genauso wie erfahrenen Profis wie Florian Dick oder Oliver Kirch. Sie alle spielten in Berlin.