In den letzten drei Jahren hat sich unser Sportpartner Marco Koch durch beständige Arbeit an die Weltspitze des Schwimmsports gekämpft. Bei der Weltmeisterschaft im russischen Kasan setzt sich der sympathische Hesse und amtierende Europameister mit dem Titelgewinn nun endgültig die Krone auf. Zudem schenkt er der deutschen Schwimmgemeinde das erste WM-Gold nach sechs Jahren Flaute und weckt nun die Hoffnung auf ein Comeback des deutschen Schwimmsports.

Dass der 25-jährige Marco Koch in der breiten Öffentlichkeit bisher unter dem Radar schwamm, lag nicht zuletzt an ihm selbst. Der gebürtige Darmstädter ist kein Lautsprecher, der sich gerne für seine Erfolge feiern lässt. Im Gegensatz zu seinen oftmals sehr extrovertierten Schwimmkollegen stellt Marco Koch einen echten Ruhepol im Schwimmsport dar. Selbst nach seinem bisher größten Erfolg gibt er sich besonnen und selbstkritisch: „Ich freue mich natürlich riesig über diesen Erfolg, trotzdem war das kein perfektes Rennen von mir. Nach meinem Urlaub werden mein Team und ich das in Ruhe analysieren.“

Konzentration auf die eigenen Ziele

Von Marco Koch wird man vor wichtigen Rennen keine Kampfansagen in Richtung der Konkurrenz hören. In Interviews spricht er mit höchstem Respekt von seinen Kollegen:

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, mir selbst keinen zu großen Druck zu machen. Ich hatte eine Zeit, da bin ich genau daran gescheitert.

Ich werde nie zu einem großen Wettbewerb anreisen und sagen: ‚Ich hole mir jetzt den Titel‘. So bin ich nicht. Ich konzentriere mich immer auf mich und hoffe, meine Bestzeit zu schwimmen.“

Um diese Bestzeit zu erreichen, hat er vieles getan. Vor über zwei Jahren wurde bei Marco Koch eine Gluten-Allergie festgestellt. Der leidenschaftliche Fast-Food-Esser stellte daraufhin seine Ernährung komplett um und wurde der absolute Ernährungsexperte im deutschen Schwimmteam. Mit seinem Motto „Ich ernähre mich vegan mit Fleisch“ zitierte man ihn zuletzt immer häufiger.

Dabei war die Umstellung nicht leicht für ihn: „Ich habe Süßigkeiten und Fast Food geliebt. Es war wirklich schwer für mich darauf zu verzichten. Als ich aber merkte, wie viel besser es mir ging und wie schnell ich im Becken wurde, konnte ich mit der Umstellung besser umgehen.“ Heute verzichtet er das ganze Jahr auf ungesunde Lebensmittel.

Marco Koch: Mit Entschlossenheit zum Weltmeistertitel

Marco Koch: Mit Entschlossenheit zum Weltmeistertitel

Drei Fragen an den Weltmeister

Kurz nach dem Titelgewinn konnten wir exklusiv mit unserem Sportpartner sprechen und ihm drei schnelle Fragen zu seinem Triumph stellen:

Herr Koch, wie fühlt es sich an, der beste Brustschwimmer der Welt zu sein?

Marco Koch: Das habe ich noch gar nicht wirklich realisiert. Ich glaube, ich brauche einige Tage und vielleicht auch noch meinen Urlaub, um zu verstehen, was hier passiert ist.

Sie haben gesagt, dass das WM-Finale nicht das perfekte Rennen war. Wie sieht das perfekte Rennen für Sie aus?

Marco Koch: Der WM-Titel kommt dem perfekten Rennen sicherlich schon sehr nahe, aber ich bin nicht so schnell geschwommen, wie ich es kann. Für ein perfektes Rennen müsste ich siegen und meine Bestzeit schwimmen oder diese sogar toppen. Wenn mir das nächstes Jahr in Rio gelingt, bin ich sehr zufrieden.

Nach den Weltcups in Moskau und Paris geht es in den wohlverdienten Urlaub. Wie wird der aussehen?

Marco Koch: Ich werde in der Türkei richtig schön relaxen und es mir gut gehen lassen, am Strand liegen und die Seele baumeln lassen.

Auch Paul Biedermann in der Weltspitze zurück

Im Herbst seiner großen Schwimmkarriere zeigt es auch Paul Biedermann noch einmal allen. Mit der Bronzemedaille und einer sehr guten Zeit über seine Paradedisziplin 200 Meter Freistil meldete sich der Hallenser eindrucksvoll an der Weltspitze zurück. Nun gilt die Konzentration der Olympiade 2016 in Rio. Bei seinem letzten großen Wettbewerb möchte Paul Biedermann auch dort ein Ausrufezeichen setzen und eine Medaille gewinnen.

Wir gratulieren Marco Koch und Paul Biedermann zu ihren herausragenden Leistungen und wünschen ihnen für ihre bevorstehenden Herausforderungen und insbesondere für die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2016 alles Gute!