Europarekord mit 19 Jahren, Olympiateilnahme mit 22 Jahren, Europameister im eigenen Land und zuletzt die Krönung der bisherigen Karriere – Weltmeister über 200m Brust. Kontinuierlich hat sich Marco Koch in die Weltspitze geschwommen und gilt als große Hoffnung für eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio 2016. Deshalb aber Starallüren zu entwickeln, liegt dem gebürtigen Hessen fern. Marco Koch ist bei TV-Auftritten sympathisch und authentisch, doch im Rampenlicht steht er nicht wirklich gerne. Marco Koch fällt durch seine Leistungen auf und nicht durch Kampfansagen und große Sprüche.

Die Karriere eines Weltmeisters

Er selbst nennt es „die individuellste Lage im Schwimmen“ – das Brustschwimmen. Seit jeher war diese technisch anspruchsvolle Schwimmart Marco Kochs beste Disziplin. Schon früh konnte der Hesse auch auf internationaler Bühne sein Können beweisen. Mit erst 19 Jahren schwamm er Europarekord. Der nationalen Konkurrenz war er schnell enteilt, was seine mittlerweile mehr als 20 Deutschen Meisterschaftstitel im Brustschwimmen beeindruckend beweisen.

2012 und 2013 schwamm er sich ein weiteres Mal in das Bewusstsein der internationalen Konkurrenz. Während er 2012 Zweiter bei der Europameisterschaft wurde, gelang ihm 2013 in Barcelona gar der Vize-Weltmeistertitel.

Seine Entwicklung ging weiter stetig bergauf und 2014 und 2015 konnte er schließlich die beiden zweiten Plätze in Goldmedaillen verwandeln. 2014 wurde Marco Koch Europameister. Bei der WM 2015 in Kasan schaffte er es, der beste Brustschwimmer der Welt zu werden!

Mein nächstes großes Ziel ist es, eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio zu gewinnen.

Darauf konzentriere ich mich und bereite mich weiter akribisch vor“, freut sich Marco Koch auf das Großereignis in Südamerika.

Marco Koch – Ein echter Heiner

1990 wurde Marco Koch in Darmstadt geboren. Bis heute ist die Stadt in Südhessen sein absoluter Lebensmittelpunkt. Mit seinem Trainer Alexander Kreisel trainiert er bis heute überaus erfolgreich in einer kleinen Halle in Darmstadt. Während die deutsche Schwimmelite in den hochmodernen Stützpunkten der Republik an ihrer Technik feilt, teilt sich Marco Koch die Halle mit Amateurschwimmern. „In meinem gewohnten Umfeld zu trainieren ist mir sehr wichtig. Mir macht es nichts aus, dass für mich kein roter Teppich ausgerollt wird. Außerdem kann ich mich dann bei den Wettkämpfen immer auf die modernen Schwimmhallen freuen.“

Vorbild, auch abseits des Beckens

Nachdem bei Marco Koch 2013 eine Glutenallergie festgestellt wurde, stellte er seinen Ernährungsplan radikal um. Der frühere Fast-Food-Fan verzichtete ab sofort auf allerlei Süßigkeiten und Burger. Die Ergebnisse sprachen für sich. Er nahm mehrere Kilo ab und konnte seitdem konstant auf Weltniveau schwimmen. „Mir fiel die Umstellung tatsächlich nicht leicht. Die Leistungsfähigkeit meines Körper nahm aber stark zu und ich konnte tolle Ergebnisse erzielen.“

Heute ist Marco Kochs Motto „Vegan mit Fleisch“ ein geflügelter Satz im deutschen Schwimmsport. Er gilt inzwischen als echter Ernährungsprofi, der den anderen Schwimmern wichtige Ernährungstipps gibt.

Vorbildcharakter beweist er auch als Pate des DVAG-Juniorteams. Bereits seit 2010 steht er den jungen Schwimmern mit Rat und Tat zu Seite. Durch seine freundliche und bescheidene Art haben viele DVAG-Juniorteam-Mitglieder einen guten Draht zu ihm und profitieren von der Erfahrung des Weltmeisters.