Er gilt als eine der größten deutschen Goldhoffnungen bei den Olympischen Spielen in Rio. Dass er es so weit geschafft hat, verdankt Marco Koch seiner enormen Disziplin und seinem unbändigen Willen, jeden Tag besser werden zu wollen. Dabei steht für ihn längst nicht das Prestige an erster Stelle, sondern die Jagd nach der perfekten Zeit.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin zeigte der Sportpartner der Deutschen Vermögensberatung am vergangenen Wochenende erneut, warum er zu Recht zur Weltspitze gehört.

28-facher Deutscher Meister

Gleich zweimal stand der gebürtige Darmstädter bei den 128. Deutschen Meisterschaften oben auf dem Treppchen. Über 200m Brust, seine Paradedisziplin, schwamm er knapp an seiner Weltjahresbestzeit vorbei. Trotzdem befindet er sich auf einem guten Weg, was sein größtes Ziel angeht:

„Über meine Lieblingsstrecke, die 200m Brust, will ich in Rio Weltrekord schwimmen! Das ist mein großes Ziel.

Ich weiß, dass alles stimmen muss. Die Tagesform, meine Fitness und die Bedingungen. Aber ich arbeite schon lange an mir und ich weiß, dass ich in der Lage bin, dieses Ziel zu erreichen.“

Über 100m Brust konnte der 26-jährige sogar den Streckenspezialist Hendrick Feldwehr hinter sich lassen. Er gewann damit bereits seinen 28. Deutschen Meistertitel.

Der Weg ist das Ziel

Marco Koch galt nie als das große deutsche Schwimmtalent. Nie wurde ihm vorausgesagt, dass er einmal um die olympische Goldmedaille mitschwimmen wird. Doch das stört ihn bis heute wenig: „Ich habe mich noch nie darum gekümmert, was andere über mich sagen. Zu Beginn meiner Karriere spürte ich zwar, wie der Druck immer größer wurde und ich scheiterte auch einige Male an ihm, aber ich habe schnell gelernt, dass ich mir meinen eigenen Druck machen muss. Ich muss mit mir und meiner Leistung zufrieden sein, sonst niemand.“

Mit dieser Einstellung arbeitet sich Marco Koch seit Jahren Stück für Stück nach vorne. Bis er im letzten Jahr Weltmeister in Kasan wurde und damit in der absoluten Weltspitze ankam.

Den eigenen Weg gehen

„Mein größtes Ziel ist es, die bestmögliche Zeit zu schwimmen. Inzwischen geht es dabei für mich um den Weltrekord. Ich arbeite viel und hart an diesem Ziel und dabei ist eines für das Erreichen unheimlich wichtig: Die Menschen um mich herum, die mir helfen, jeden Tag besser zu werden.“

Nie hat der Darmstädter seine Heimat verlassen, um in einem der großen und modernen Stützpunkte in Deutschland zu trainieren. Noch immer schwimmt er für den DSW 1912 Darmstadt und trainiert täglich mit seinem Coach Alexander Kreisel in einer kleinen Schwimmhalle.

„Ich brauche das. Das ist meine Komfortzone, in der ich mich wohlfühle. Natürlich gehe ich auch ins Trainingslager oder probiere neue Techniken aus, aber im Prinzip komme ich immer wieder hierher zurück, denn hier kann ich mich voll auf das Schwimmen konzentrieren.“

Das DVAG-Juniorteam wird erwachsen

Der Nachwuchs im DVAG-Schwimmstall macht es dem Weltmeister nach. Bei den offenen Meisterschaften konnten die jungen Talente bereits erste Ausrufezeichen setzen. Allen voran die erst 16-jährige Lea Boy. Sie konnte über 800m Freistil den dritten und über 1.500m Freistil sogar den zweiten Platz holen. Für unsere talentierten Mitglieder des DVAG-Juniorteams stehen mit den Jugendeuropameisterschaften im Sommer aber erst noch die wichtigsten Wettkämpfe bevor.