23 Mai

Wojtek Czyz: Mein Weg nach London

Wojtek Czyz hat einen goldenen Traum. Bei seiner dritten Teilnahme an Paralympischen Spielen möchte der DVAG-Sportpartner eine Medaille gewinnen. Um sich diesen Traum zu erfüllen, arbeitet der Leichtathlet hart und geht im Training ungewöhnliche Wege. Der DVAG TeamBlog begleitet den Ausnahmesportler auf seinem Weg nach London und interviewte ihn exklusiv nach seinem Trainingslager in Portugal.

 

Wojtek Czyz hat in seiner Karriere alles erreicht: Drei Mal gewann er Gold bei den Paralympics 2004 in Athen, ein Mal Gold bei den Spielen 2008 in Peking, er ist Welt- und Europameister und stellte mehrere Weltrekorde auf. Trotzdem brennt der mittlerweile 31-Jährige vor den Spielen in London vor Ehrgeiz und Energie: „Ich möchte bei meiner letzten Teilnahme an den Paralympics unbedingt in jeder meiner Disziplinen eine Medaille gewinnen“, gibt sich der Spezialist für Weitsprung und Sprints über 100m und 200m zielstrebig.

Zusammen mit einer Trainingsgruppe, unter der Anleitung der erfahrenen Leichtathletin Steffi Nerius, bereitete Czyz sich im Trainingslager in Monte Gordo in Portugal auf die kommenden Wettkämpfe vor. „Wir hatten optimale Bedingungen und konnten richtig gut arbeiten. In dieser Trainingsphase standen vor allem Grundlagenausdauer und Technik auf dem Programm. Ich muss sehr konzentriert trainieren, denn mit den Deutschen Meisterschaften und den Europameisterschaften im Juni und den Paralympischen Spielen im August ist der Wettkampfkalender in diesem Jahr gut gefüllt“, berichtet Czyz nach dem erfolgreichen Trainingslager.

Der größte Konkurrent ist gleichzeitig Trainingspartner

Markus Rehm, ein ebenfalls beinamputierter Athlet, trainierte zusammen mit Wojtek Czyz in  Portugal. „Klar sind wir sportliche Rivalen, aber wir verstehen uns menschlich sehr gut und gönnen uns gegenseitig den Erfolg“, beschreibt Czyz sein gutes Verhältnis zu Markus Rehm und fügt an: „Außerdem muss man sich täglich mit den Besten messen, wenn man erfolgreich sein möchte.”

Den größten Konkurrenten um Gold zum Trainingspartner zu machen, ist sicherlich eine ungewöhnliche Maßnahme, doch Wojtek Czyz bewegt sich auch sonst gerne auf neuen Wegen. Anfang des Jahres machte er sich vom italienischen Festland auf den Weg nach Korsika, in einem Segelboot, alleine, ohne Begleitboot oder andere Hilfsmittel.

„Natürlich hat man auch Angst alleine auf dem offenen Meer“, erklärt Czyz, „nachts ist man nur umgeben von Wasser und Dunkelheit.” Letztendlich konnte Czyz bei diesem Abenteuer vor allem seine Willenskraft stärken. „Ich war drei Tage lang unterwegs und habe nie länger als 10 Minuten geschlafen, da man ja ständig alles kontrollieren muss – das schärft die Sinne.“

Vorfreude auf London

Die Vorfreude auf das Großereignis im Sommer ist Czyz während des gesamten Interviews deutlich anzumerken. „Der Behindertensport steht leider nur alle vier Jahre so groß im Fokus der Öffentlichkeit. Es ist eine tolle Chance, sich zu präsentieren.“

Neben den spannenden Wettkämpfen freut sich Wojtek Czyz besonders auf das Leben im Olympischen Dorf. „Das ist einfach einmalig, da kommen so viele Kulturen und Menschen aus aller Welt zusammen.” Von dieser einzigartigen Atmosphäre und den weiteren Stationen seiner Vorbereitung wird Wojtek Czyz in Kürze mehr im TeamBlog berichten.